Nordkap, we did it!!

Nordkap Trip Teil 2 Hier Teil 1 lesen

01 . 07.2018

6 auf Tagwache – Wetter Checken auf Neudeutsch – oha, da sind ja ein paar gelbe oder rote Punkte auf unserer Route und laut AIP Norwegen macht Honningsvag heute erst um 17:00 Uhr auf.

Also nicht 5 AM sondern 5 PM ein beratendes Fachgespräch am Frühstücktisch und alle sind sich einig– nachdem Sie das Gespräch von Roman mit Honningsvag mitgehört haben – Er ist offen!!!
. . . Lassen wir uns überraschen . . .
Alles zusammenpacken und dann schon die zweite Überraschung . . .
Das Taxi ist bestellt und es kommt nicht und kommt nicht . . . Im ganzen Ort gibt es nur 2 Taxis und die sind voll gebucht obwohl wir am Abend davor den Termin ausgemacht haben . . . Unser Flugplan ist in Gefahr und auch unsere Ankunft ca. 45 min Verspätung. Beginnt ja schon gut, der Eine raucht noch zwo drei „Tschick“ der andere geht noch ein wenig spazieren alle sind angespannt, weil auch der Wetterbericht das erste Mal auf dem ganzen Trip nicht ganz optimal ist, aber das soll ja so sein am nördlichsten Teil sagt die Rezeptionistin. Sie hilft uns dann noch zum ersehnten Taxi. Angekommen am Flugplatz gibt es gleich die nächste Überraschung.

01.07.2018

Oh da gehen uns die Argumente aus wie wir zu Treibstoff kommen sollen. Edelbert und Roman beginnen die Kommunikation aber dem Tankwart sind die Hände gebunden. Zu guter Letzt und weitere 40 min später kommt mir die Idee, ob jemand am Platz so eine BP Karte besitzt aber auch das gibt es nicht.  Edelbert kam die zündende Lösung – Capt. Jonny hat ja so eine bei der Aero bestellt. Also ran ans Telefon, Capt. Jonny kontaktiert und ein WhatsApp und drei Flaschen Schnaps später, reicht ein Bild von Jonnys BP Karte um Sprit zu beziehen.
Wir bunkern natürlich was das Zeug hält, denn wer weiss, was noch alles auf uns zukommt.

So wird die Piper PA 28 nicht nur zum „Cargo lifter, sondern auch noch zum fuel-refuiling-airplane. Fast zu vergleichen mit einer HC 130P. Ok nicht ganz so gross, aber wir haben Propeller und die HC130P hat auch Propeller. Also sowas wie prop-brothers.
Wir hatten noch zwei Kanister mit 55 Liter Fassungsvermögen mit und es war nicht nur das eine Mal, dass wir diese Kanister benutzen durften/mussten . . . aber das ist eine andere Geschichte . . .
So hoben dann nach langem Hin und Her die drei Nordkappforscherflugzeuge des ACB Richtung Nordkapp ab.

Wir einigten uns, dass der eine oder andere Platz noch mitgenommen wird, sei es als „low approach“ oder „touch&go“. Das Wetter zog immer weiter zu und der Wind frischte auf satte 45 Knoten auf. Die FN war NR 1 wie es sich gehört die SS NR 2 und die EI NR 3. Die SS, unser Packesel, war richtig schweeeer. Gerd nahm alle Plätze mit und so kam es, dass die letzte Umrundung zum Norkapp bereits mit Nebel und Regen bis zum Wasser verhangen war. Wir versuchten dennoch durchzukommen, aber es bockte so heftig, dass mir wieder mal die Hex heftig ins Kreuz geschossen ist.

Die Schläge die wir alle ausfassten waren elementar und wir waren froh, als es in einen etwas ruhigeren Fjord ging. Das ZIEL immer vor Augen am Ohr die Stimmen aus der FN und der EI hörten wir, dass es am Nordkap Nebel hatte und dazu noch mehr Wind wie bei uns. Die zwei Maschinen probieren es dennoch und wie kann es anders sein – somit das 3. Hoppala des Tages.

Honningsvag öffnet erst um 17:00 Uhr und ein vorheriges Landen ist strickly vorbidden und Peppo mit seiner Frau warteten dort extra auf uns. Sie haben bereits zwei Tage bei Sturm und Regen am Nordkap ausgeharrt, um uns zu treffen. SHIT oder wie heisst das nette Wort, dass „Mann“ in so einer Situation verwendet???

Also war es gar nicht so schlecht, dass der „Cargo Lifter“ SSr NR 3 war.
Die FN und die EI waren bereits beim Nordkap hatten ihre „Schläge“ eingesteckt – manche meinten am Abend, dass man ja fast schon ein Masochist sein müsse, um sich vom Wind so schlagen zu lassen. Und in der SS war die halbe Besatzung INOP – Grrrrr.

Also auch rauf und rum ums Cap, dann hinunter zu unserem Alternate, der uns von Norwegen Control mit den Worten „LAKSELV is open and is glad to be your Alternate“ angeboten wurden.

1 Stunde später sind wir alle heil in Lakselv angekommen. Hier war das Wetter schön, wenig Wind und dazu gabs auch genug Sprit. Nur ich liege wie ein „Clouchard“ neben der Tankstelle und rühre mich wegen der starken Rückenschmerzen nicht mehr.

Gerd hatte Peppo und Siggi über WhatsApp unsere neue Destination durchgegeben. Am Flugplatz selbst ist noch alles zugesperrt. Wir bekommen netterweise das Auto der anwesenden Handling Dame um Drinks and Food zu holen und könne uns mit Pizza stärken.

Ich bekomme meine Pizza liegend an der Tankstelle serviert. Gott sei Dank hat Christians Frau (Artzhelferin) ihm eine Apotheke mitgegeben und die Tabletten lindern mir die stärksten Schmerzen.

Die Zeit zieht sich, wir können nur warten bis Honningsvag aufsperrt . . .

Als kleine Auflockerung kamen dann Peppo, Siggi und ihr Hund Chicko in Ihrem Landrover-Wohnwagen-Gespann vorbei. Kurzes Küsschen durch den Zaun, denn sie dürfen nicht in den Flugplatz rein. Er ist ja geschlossen. So wird durch den Zaun gesprochen Erlebnisse ausgetauscht und wieder verabschiedet. Siggi machte noch das Foto von mir, wo ich gestützt mehr oder weniger zum Flieger getragen werde.

Landing Hooningsvag

Bilder 01.07

Endlich es geht ab in Lakselv. Das Wetter hat sich verbessert und ca 30 min später waren wir in Hooningsvag. Der Anflug ist schön, man wird mit hellen Lichtern richtig um die Kurve in den Endanflug der Piste 26 geführt. Der Platz ist offen das Taxi recht schnell da. Obwohl es wieder nur ein Taxi für den ganzen Ort gibt, das auch noch einen Fischer holen, die Crew von der „mein Schiff“ zum Flughafen fahren und unsere Kollegen noch ins Hotel bringen muss.

Auch hier hat ein doch verdienter Schnaps geholfen die Wartezeit zu verkürzen. Gerd hat uns hier ein super Hotel gebucht und als Extra für mich ein Zimmer inkl Sauna. So lass ich den obligatorischen Trip mit dem Bus zum „Nordkapp Vistitor Center“ aus, schlucke noch ein paar Tabletten, sitze zur Rückenentkrampfung in die Sauna und geh früh schlafen – zugegeben etwas schwierig, denn ab Rovaniemi ist es immer TAG (hell).
Die versammelte Mannschaft geht fein Abendessen in the City – ist klein und überschaubar. Mit dem Bus ans Nordkapp und dort das Visitorcenter bestaunen. Die Open Air Plattform ist, wie kann es auch anderes sein wegen zu viel Wind und Regen, leider gesperrt.

02.07.2018

Bilder 02.07

02.07.2018

Mir geht’s tatsächlich ein wenig besser. Am Morgen noch schnell mit Gottfried telefoniert, der war letztes Jahr mit der C172 auf den Lofoten, welcher noch ein paar Tipps zu sehenswerten Plätzen aber auch Tankmöglichkeiten geben konnte.
Mit dem Taxi zum Platz, zur Sicherheit noch die Kanister in die EI und die FN gefüllt und ab nach Bardufoss – ein Militärplatz – gibt nicht viel, aber er hat Sprit. Es hat sich ja schon eingebürgert, dass es zu Mittag nichts zu Essen und nichts zu trinken gibt.

Der „Cargo Lifter“ D-ERSS macht noch einen Low Approach in Hammerfest und in Tromso.
Diese Ausblicke zählen zu den schönsten in dieser Reise „Wo Berge das Meer küssen“ könnte es auch genannt werden. . . Alle sind hin und weg und das Wetter wieder „Goldschön“ OHHHH ist das Leben schööööön. . . .

In Bardufoss wird an der BP Tankstelle natürlich natürlich nur die BP Karte akzeptiert– der Tankwart meinte „Thats a Picture, i need a Card“ sonst gibt’s kein Sprit! Nach 2 Flaschen Schnaps reichte auch das Foto auf dem Handy.
Gott sei Dank hat noch jemand schnell Wetter mit PC MET gemacht, denn die Lofoten sind bei allen im Kopf . . . aber nur im Kopf, denn am nächsten Tag soll es überall an der Westseite Norwegens IMC Bedienungen haben.

So wird kurzfristig umgeplant und der Flugplan wird nach Lyksele gelegt. Mitten ins Lappland. Christian hat damit schon Erfahrung, denn er hatte hier mal eine Baustelle.

Kurz nach dem take off mussten wir stark steigen – schlimmer wie in den Alpen. Level off erst bei 7.600 Fuss. „Die norwegischen Berge sind ja riesig“, da verstehen wir auch, warum die Westseite so oft angestaut ist und hier so oft schlechtes Wetter ist.
Bei Sonnenschein und zwei weiteren Low Approaches in Mala und Elmas Muxels Heimat landen wir im Herzen vom Lappland in Lycksele. Netter Platz, genug Sprit, ganz unkompliziert gratis Café und sofort ein Taxi zum Hotel Lappland. Wie gewohnt gehe ich wieder lieber ins Bett. Gerd wusste schon, dass „der Pensionist sicher wieder ins Bett geht“, aber das Kreuz soll ja noch aushalten bis Hohenems. Die Empfehlung der deutschen Taxifahrerin war gut aber im Lokal war niemand.
Das Hotel Lappland war schön und liegt wunderbar am Fluss schöne Aussicht und leider die ersten Mücken.

03.07.2018

Am nächsten Tag wieder Wetter Briefing wo soll es hingehen?
Zwei Fronten stehen sich genau gegenüber. Die eine bei Norwegen die andere bei Finnland.
Wenn die beiden zusammenkommen, dann au weh . . .
Wir schafften es genau zwischen den beiden Fronten durchzufliegen und sind dann irgendwann in Göteborg gelandet. ALLES bei schönem Wetter. GLÜCK GLÜCK GLÜCK oder wie Christian meinte:
Wir sind nicht wegen unserem Können so weit gekommen, sondern weil das Wetter uns hold war.
In Borlänge haben wir nochmal getankt.

Der SS hat der Sprit gereicht. Die FN hat die Kanister geleert und Roman und Hartmut hat mit viel Geschick einen UL Piloten dazu bewogen, Ihnen Super 95 zu verkaufen. Endlich preiswerter Sprit für Roman. Da könnte das Flugzeug preiswerten Sprit schlucken, aber dort oben gibt es preiswert generell für unsere Maßstäbe nicht. So ungerecht ist das Leben. Raus sind wir dann kurz hintereinander und haben sofort Göteborg ins Visier genommen.
Schöne Stadt und was noch ? ? ? ? ?
Ach ja auch das Hotel war Alt aber richtig schön nostalgisch und direkt im Zentrum.
Einfach einladend zum Weggehen, nach einem netten Abendessen im Hotel zogen alle, außer dem „Pensionisten“, wieder um die Häuser. Und dieses Mal verzichtete Gerd sogar am Morgen auf sein Joggen. Hab ich fast vergessen zu sagen Gerd joggt jeden Morgen um fit zu sein fürs Fliegen.

03.07.2018

Bilder 03.07

AeroClub Bodensee – Nordkap Trip 2018

6 Piloten

3 Maschinen

11 Tage

04.07.2018

Bilder 04.07

04.07.2018

Am Morgen wird diskutiert, ob wir in der Stadt bleiben oder auf die Insel Laeso verlegen.
Bei der Abstimmung gewinnt eindeutig die Insel und es hat sich rentiert.
Der Flugweg war nur 20 Minuten. Das waren wir nicht mehr gewohnt, so kurze Legs zu fliegen.
Aber das was uns geboten worden ist war ein Traum.
24 Grad Luft 22 Grad Wasser wunderschöner Strand und nur relaxen. Einfach nur schön.
Edelbert und Christian gingen ein paar Bier einkaufen (die ersten waren alkfrei oh je ins verkehrte Regal gegriffen). Danke Hartmut du hast wirklich auf unsere Gesundheit geschaut.

Am Abend, ach ja es wird ja nicht dunkel-nur ein wenig kälter, gingen wir noch einen trinken und dann in ein liebes Hotel essen. Das Charlson Hotel hat uns gut verköstigt, wenn auch zu recht satten Preisen. TROTZDEM – DAS WAR EINE GUTE ENTSCHEIDUNG hier her zu fliegen.

05.07&06.07.2018

Was ist morgen??? Sylt wäre angesagt, aber der Weg dort runter IMC 1000 Fuss über Grund ts ts ts
nicht für jeden Geschmack. Roman und ich nützen dann noch gerade die Möglichkeit das IFR Rating zu erneuern. Das an fremden Plätzen cool aber 45 Meilen Umweg.
Die FN und die EI waren schneller unten durch wie wir oben IFR.
Aber der Weg ist das Ziel war schon auf dem ganzen Trip das Credo . . .
Beim Tanken kommt etwas Entspannung ins Thema –  die Kreditkarten gelten wieder
und Total schenkt jedem Flugzeug 5 Liter Avgas als herzliches Willkommen auf der Insel.

Angekommen bringt uns das Taxi zur blauen Muschel (nur Hotel) wer anders Denkt ist selber schuld – mitten in Westerland. Dann gleich mal an den Strand – Gott sei Dank haben wir Kappe und Anorak dabei, schöner Anblick aber sehr viel Wind.
Ein Teil der Crew will morgen heim, obwohl es in LOIH noch regnet. Darum gehen wir die weltberühmte Bar Sansibar anschauen und mit viel Glück bekommen wir noch einen Platz und dürfen erstmalig ein paar Bierchen trinken die unter 3 Euro kosten. Im Norden waren Sie eher bei 7 Euro pro Flasche.
Am Abend kommt das High Light des Trips. Roman`s Sohn arbeitet in einem Haubenlokal-normalerweise 3 Wochen Wartezeit auf einen Tisch. Wir haben den grössten Tisch bekommen und der Chef(in) hatten eine riesen Freude, dass wir extra zu Ihnen geflogen sind. Es wurde geföllert. Taitinger Rose Trüffel und Fisch – ohh ist das Leben schön!!
Danke Roman nochmal für die Einladung.
Der Abend verlief dann wie üblich. Der Pensionist (Ich) ging ins Bett und die anderen auf die Gasse.
Am Morgen war dann der Abschied angesagt. Edelbert und Christian fliegen zurück über die Wasserkuppe. Roman, Hartmut, Gerd und ich bleiben noch einen Tag.
Am Strand im Strandkorb liegen und chillen, mittags nochmal in die Sansibar, Abends nochmal ins Haubenrestaurant. Nochmal Glück gehabt mit dem Tisch  – die Welt ist gut zu uns!

05+06.07.2018

Bilder 05.07

 

Bilder 06.07

07.07.2018

Bilder 07.07

07.07.2018

Am Samstag früh mit dem  Taxi zum Flugplatz und dann gleich Abflug.
Die SS will noch einen Low Approche in Helgoland machen. Das ist ein Anspruchsvoller Flugplatz.
Beim Anflug wollen wir sogar Aufsetzen und durchstarten, aber die Frage wer bezahlt dann die Landegebühr hat uns dann doch bewogen nur niedrig darüber zu fliegen.
Das Wetter ist wieder super und so landen wir nach ca 1,5 St auf der Wasserkuppe.
Tanken kurze Pause was essen trinken und auf nach Hause.
Die Piste kann doch recht kurz werden, bei 3000 Fuss 25 Grad und Rückenwind mit 12 kt!! So mussten wir noch die Grassfläche ein wenig mitnehmen beim Start.

Ansonsten gings ohne Problem nach Hause. Erfreut waren wir wieder die bekannten Stimmen in LOIH zu hören. Unsere Heimat hat uns wieder. Putzen alles aufräumen und dann das eingeben der einzelnen Flugabschnitte. Roman verzweifelt fast, bei der SS wird auch nix draus. Das System ist mit knappen 37 St Flugzeit überfordert. Erst der dritte Versuch einen Tag später ermöglicht es uns, alles ordentlich in unser System einzutragen.

Einen Dank gilt noch unserem Rainer Nagel und Martin Parth, die bereits gewartet haben und zwei Flieger gleich in den Service genommen haben, denn die Stunden waren bereits voll.
Danke nochmal für so viel Verständniß aller Mitglieder, dass wir die Flugzeuge so lang haben durften.

Danke an Rainer und Martin wegen der super Maintenance. Und der größte Dank gilt sicher dem lieben Gott oder wie ihr ihn auch alle nennen mögt. Er hat auf uns geschaut, nix Schlimmes ist geschehen und das Wetter war uns hold. Ich habe mir versprochen, wie beim ersten gelungenen Trip zum Nordkapp mit Heinrich Metzler 10 Jahre davor, wieder eine Messe lesen zu lassen und das mach ich jetzt. Ich muss zum Pfarrer, darum beende ich jetzt den Bericht.

Wer Lust hat kann mich anrufen. Ich könnt euch noch so viel erzählen.

Sowas erlebt man nur einmal. Hartmut hat richtig gesagt. Das sind so viele Eindrücke, dass es Wochen braucht, bis wir das alles verarbeiten können. Aber eines ist gewiss. Sowas machst FAST nur einmal im Leben. (Smile ich war 4 Mal oben. 1 x mit Motorrad 1x mit Wohnmobil und 2x mit Flugzeug.) Cooooool und wer weiss was noch kommt.

Cooler Verein, coole Flugzeuge, ein coooler Ausflug und absolut cooooole Teilnehmer.
DANKE.  Euer Bertram

PS: Die Katana ist super mitgekommen beim ganzen Trip-da gab es nichts zum Schimpfen.