Microsoft Flugsimulator getestet

Microsoft Flugsimulator getestet

In Hohenems spielt uns Piloten das Wetter oft einen Strich durch die Rechnung. Mal ist es im Winter tageweise nebelig, dann stürmt der Föhn wieder das Rheintal entlang. Gründe am Boden zu bleiben gibt es leider genug. Gerade während der Ausbildung kann das schnell frustrierend werden.

Aus diesem Grund (und weil wir einfach neugierig waren) haben wir uns den Microsoft Flugsimulator 2020* genauer angeschaut. Als Backup, wenn das Wetter keinen Flug zulässt, oder um neue Fluggebiete sicher am Boden zu erkunden. Das Versprechen klingt perfekt.

Mit der kompletten Ausstattung von den Pedalen bis zum Stick und Yoke, sowie großen Monitoren war alles dabei. Sogar eine VR Brille konnten wir ausgiebig testen.


Voll ausgestattet ging es ans Erlebnis “fliegen ohne fliegen”.


Michael ist überzeugt: Für die Grundschulung kann ein gut ausgestatteter MSFS2020 im Schulungsraum wertvoll sein.

Das visuelle Erlebnis des MSFS2020 ist erstaunlich. Die Darstellung ist besser als jeder Simulator zuvor, Hohenems mit den bekannten Referenzpunkten (zb. Bauernhof und Baum im Anflug) ist gut auffindbar. Auch der Umfang des Pakets mit praktisch allen unseren Vereinsmaschinen ist beeindruckend.


Der Start auf der 05 ist noch recht unspektakulär bekannt.


Spätestens im Gegenanflug sind die bekannten Referenzpunkte gefragt. Natürlich sind die Gebäude nicht 1:1 farblich korrekt dargestellt – dennoch ist zb der Baumarkt als großes Gebäude gut zu erkennen.


Im Endanflug darf auch der berüchtigte Baum nicht fehlen, gemeinsam mit dem dazugehörenden Bauernhof.

In Verbindung mit einem App wie Garmin Pilot am iPad können die Abläufe im Cockpit sehr gut durchgespielt werden. Die App wird mit dem Simulator verbunden und reagiert wie im Flug.

Das Urteil der Tester ist nicht einstimmig. Eine gemeinsame Erkenntnis:
Natürlich ersetzt das Programm keinen echten Flug. Niemals. Mit der VR Brille sind dennoch räumliche Abschätzungen gut möglich. Und am Monitor als Vorbereitung für einen Flug in unbekannte Gegenden eignet sich der MSFS2020 hervorragend. Besonders zusammen mit einer App wie Garmin Pilot.


Wilde Manöver gefahrlos ausprobieren.


Unbekannte Gegenden erkunden (hier ein Screenshot meines Erkundungsflugs nach Speyer)

Es sollte überlegt werden, ob ein solcher gut ausgestatteter MSFS2020 im Schulungsraum für alle Mitglieder Sinn machen würde.
Feedback dazu gerne an Laszlo A. oder Bernhard F.


*) Wir sprechen hier im Artikel der Einfachheit halber von einem Simulator, auch weil dies der Name der Software ist. Generell handelt es sich dabei aber um ein “Training Device” und nicht einen vollwertigen Simulator!

Screenshots: Microsoft Flight Simulator Premium Deluxe

Bestandene PPL-A Theorieprüfungen

Bestandene PPL-A Theorieprüfungen

Am Sonntag fanden unter der Aufsicht von ACG (Austro Control) Theorieprüfungen in Bregenz statt.
Alle 23 Kandidaten aus den Bereichen PPL, SEP, ATPL und CPL-H konnten die Prüfungen positiv abschließen.

Herzliche Gratulation speziell unseren Vereinsmitgliedern:
David, Jörg, Harald, Christiane, Frederic, Norbert, Adrian, Harald, Sergii, Patric, Gerd und Michael

 

Photo(c)choreograph

Frühjahrsputz

So wie die Frühlingssonne den großen Hangar küsst, wird es Zeit unsere Flieger vom Winterdreck zu befreien. Das sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt zudem für optimalen Auftrieb und flutschig rasanten Reisespeed. 🙂

Unser Schmuckstück DEPME, die „junge“ C172 mit G1000 und edler Lederausstattung, war als erstes dran. Karlheinz, Dietmar und Bernhard putzten was das Zeug hält. Weder der überraschende Schneefall, noch der darauf folgende eisige Wind hielt die drei von ihrem Vorhaben ab.

Am Schluss war klar: Es hat sich gelohnt. Sie blinkt, sie glänzt, sie strahlt wie ein neuer Schilling. Sorry, Euro. Damit ist die ME wieder bereit für eine neue, perfekte Flugsaison.Bleibt nur zu hoffen, dass auch sonst nichts den Ausflügen ´21 im Wege steht.

PS.:   Die weiteren Flieger werden die nächsten Wochen folgen. Wer sich noch nicht in den Putztermin-Doodle eingetragen hat, kann das gerne nachholen.

Nachtrag: Ein besonderes Dankeschön geht an Cpt Johnny für die vorzügliche Verpflegung!
Mit dieser Stärkung aus der Bäckerei Schertler  geht die Arbeit gleich noch viel leichter von der Hand 🙂

Landeunfall in Reutte-Höfen (LOIR)

Unsere Maschine Katana DA20 D-EUDA hatte heute in Reutte-Höfen (LOIR) einen Landeunfall. An Bord waren zwei Piloten.
Die Besatzung ist nur leicht verletzt. 

Weitere Informationen reichen wir nach, sobald mehr bekannt ist.

— update 18:30 —

Um ca 14:20 wurde die D-EUDA kurz vor der Schwelle von einer Böe erfasst, abgetrieben und ist auf dem Dach liegen geblieben. In diesem Video ist die Maschine auf dem Weg in den Hangar in Reutte:

 

Kurztrip an die Ostsee 2020

Zum Sightseeing nach Rügen

(Fotos folgen)
Die Cessna DEPME war schon lange gebucht und der Kalender von dringenden Terminen frei gehalten. Dann diese Wetter Prognose – stabiles Hochdruckgebiet über der Nord- und Ostseeküste. Für uns VFR Piloten Ostern und Weihnachten an einem Tag. Am Donnerstag früh wird das Briefing für den 1. Tag besprochen. Noch etwas Nebel im Rheintal und im Bodenseeraum sowie GAFOR MIKE und X-RAY südlich der Linie  Frankfurt bis Tschechien, Karlsbad. Im Norden bereits alles OSCAR. Der Weg ist das Ziel und so brechen wir auf Richtung Mannheim City Airport. Dichter Nebel über Stuttgart behindert beim Überflug über Stuttgart den Ausblick auf die startenden Jets. ATC genehmigt uns aber rasch und unkompliziert den Durchflug durch den Luftraum Class D. Südlich von Mannheim lockert die Nebeldecke bereits auf und der Anflug auf den EDFM ist wie immer beeindruckend. Am Hockenheimring wird bereit fleißig trainiert und die zahlreichen Industrieunternehmen entlang des Rheins versetzen immer wieder in Staunen.

Bei einem gemütlichen Cappuccino wird der nächste Leg geplant. Noch immer regiert östlich von Frankfurt Nebel und so wählen wir unsere Route entlang der CTR von Frankfurt Richtung Norden zu unserem nächsten Etappenziel, dem Flugplatz Hildesheim. Dort ist reger Schulbetrieb mit Motorseglern und UL Fliegern. Leider kümmert sich der Flugbetriebsleiter nicht um uns platzfremde Touristen, aber nach einem Durchstarte Manöver landen wir dann sicher in EDVM. Nach einem kurzen Drink für die Cessna und die Piloten geht es dann bei CAVOK zu unserem heutigen Tagesziel dem Flugplatz Kiel.

Westlich von Hamburg queren wir die Elbe, bewundern gigantisches Schleusenbauwerke und lassen die flache von See und Flussläufen durchzogene Landschaft auf uns wirken. Die höchsten Erhebungen sind hier nicht Berggipfel sondern die zahlreichen Windräder. Nach einem ruhigen Flug, zwischenzeitlich hat sich der Luftdruck auf 1030 mbar eingestellt, beginnen wir den Anflug über die Kieler Bucht auf den Flugplatz Kiel-Holtenau. Der Tankwart begrüßt uns mit einem fröhlichen Moin Moin und erzählt von Landungen bei 50 Knoten, allerdings nicht mit einer C172. Windstille wie heute ist absolut selten und keineswegs der Regelfall.

Ein gemütliches Hotel ist schnell gefunden und bei einem feinen Abendessen in der Altstadt von Kiel wird bereits die Flugplanung für den nächsten Tag vorbereitet.

Bereits um 0900 LT sind wir wieder am Flugplatz. QNH 1030 mbar, CAVOK und absolute Windstille, das an der Küste! Heute wollen wir entlang der Ostsee Richtung polnischer Grenze fliegen. Dänemark hat Reisende aus Österreich mit einer Reisewarnung belegt und so fliegen wir statt wie geplant auf Bornholm zur Insel Rügen. Die Flugroute führt uns über die Insel Fehmarn nach Rostock und Stralsund zum Flugplatz Rügen. Nach einem kurzen Zwischenstopp, leider kein offenes Restaurant, geht es weiter zum Flugplatz EDAH Heringsdorf direkt an der polnischen Grenze. Es ist beschaulich hier, aber wir plaudern mit einem Piloten der bereits seine Passagiere um eine Antonov AN 2 versammelt und in Kürze  zu einem Rundflug über Usedom startet.

Unser heutiges Tagesziel ist der Flughafen Dresden. Die zahlreichen PIREPS haben nicht zu viel versprochen. Nach einem weiteren sehr ruhigen Flug unter wolkenlosem Himmel, nach Süden, entlang der polnischen Grenze werden wir sehr freundlich in EDDC empfangen. € 34,30 für Landen, das ganze Drumherum und über Nacht abstellen ist für einen größeren Verkehrslandeplatz wirklich sehr günstig. Mit der Schnellbahn ist man dann in 20 Minuten im Zentrum. Nach einigen Schwierigkeiten haben wir dann doch ein feines Hotel gefunden. Die Corona Krise hat in Dresden offensichtlich nicht zugeschlagen. Die Hotels waren jedenfalls gut gebucht. Ein Spaziergang durch die Altstadt von Dresden macht Lust auf mehr. Wir kommen jedenfalls gerne wieder und schauen uns die Stadt etwas genauer an.

Samstag geht es wieder zurück an den Bodensee. Die Wettervorhersagen sind am Morgen noch unklar. Der Nebel sollte sich aber bis am Nachmittag lichten. Unser erster Flug führt uns von Dresden nach Bayreuth. Sinkender Luftdruck bringt wieder etwas Bewegung in die Atmosphäre und beim Anflug auf EDQD müssen wir uns endlich wieder etwas anstrengen. Unter Fotos von zahlreichen Berühmtheiten die alle schon hier gelandet sind, zahlen wir unsere Landegebühr.  Das Flugplatzrestaurant ist noch geschlossen und so fliegen wir weiter nach Hassfurt-Schweinfurt. Dort herrscht reger Sprungbetrieb. Leider gibt es auch hier kein offenes Restaurant. Noch immer ist dichter Nebel am Bodensee und wir beschließen vorerst nach Schwäbisch Hall zu fliegen.

Nach einem kurzen Telefonat mit Georg am Turm, einem Blick auf die Webcams von Biberach, Leutkirch und natürlich Hohenems entschließen wir uns, nach der Kontrolle des Treibstoffvorrats den letzten Abschnitt unseres Ausfluges zu starten.

Direct To LOIH wird die Nebeldecke nach Biberach immer dichter. Monitoring Hohenems Flugplatz auf der Frequenz 121,205 zeigt aber, dass bereits wieder Flugbetrieb herrscht und so landen wir dann am frühen Nachmittag wieder auf unserer Homebase. Die Cessna 172 hat sich wieder als verlässlicher und komfortabler Reiseflieger bewährt. Es ist immer wieder faszinierend welche Strecken, auch in einem Kleinflugzeug, in kürzester Zeit zurück gelegt und welche vielfältigen Eindrücke gewonnen werden können.

Horst und Peter im September 2020